13. Semantic MediaWiki Konferenz in Frankfurt am Main

Die Semantic MediaWiki Konferenz (SMWCon) findet jährlich statt, im Frühling in Nordamerika und im Herbst in Europa. Wir sind seit 3 Jahren dabei, dieses Jahr war WikiAhoi bei der 13. SMWCon in Frankfurt am Main nicht nur zu Gast, sondern Teil des Organisationsteams. WikiAhoi hat sich um ein vielschichtiges Programm gekümmert. Von den interessantesten Vorträgen wollen wir hier erzählen.

Dieses Jahr gab es Vorträge und Tutorials aus folgenden Themenbereichen:

  • Zukunftsausblick
  • Best Practices und Anwendungsfälle aus Wissenschaft, Unternehmen und Bildung
  • eHumanities und Open Data
  • Extensions und technisches Setup

Eckdaten:

  • 1 Tutorial Day und 2 Konferenztage
  • über 70 TeilnehmerInnen, 19 % davon Frauen
  • 35 spannende Beiträge (Tutorials, Präsentationen, Workshops) – ein dichtes Programm!

Und – schon ganz klassisch – literweise Kaffee. Auf der Konferenz trinken alle Kaffee, auch Nichtkaffeetrinker.

Einführung in Semantic Forms

WikiAhoi hat am Tutorial Day ein Einführungstutorial zum Thema „Semantic Forms“ gegeben. Es gibt davon gottseidank noch keine Videoaufzeichnung. 😉

Ein kleines Best of von Anwendungsfällen eines Wiki

Dr. Sören Auer vom Fraunhofer Institut sprach in seiner Keynote über offene Bildung und stellte das Slidewiki vor, in dem Lernmaterialien kollaborativ erstellt werden. Im OpenResearch Wiki werden Forschungsergebnisse offen präsentiert. Auf anderer Technik läuft dokieli, ein Editor für das Veröffentlichen und Annotieren von wissenschaftlichen Publikationen. Tim Berners-Lee schlug für die Entwicklung von Open Data einen 5-stufigen Prozess vor, vorgestellt auf 5 * Open Data.

Lloyd Rutledge sprach über Bewertungsmethoden in der Bildung und stellte einen Fall der Open Universiteit in the Netherlands vor, in dem ein semantisches Wiki die Benotung unterstützt. Die Notenergebnisse werden automatisch berechnet, den Studierenden wird automatisch Feedback gegeben und es gibt eine Analyse der Ergebnisse, um Betrug und Plagiaten vorzubeugen. Dieser Fall folgte dem Grundsatz des „Reverse Engineering“. Thematisch ähnlich dazu das Beispiel von Wolfgang Fahl, wo mit der Quiz Extension Prüfungen abgehalten werden.

Lloyd Rutledge, SMWCon Fall 2016

Lloyd Rutledge, SMWCon Fall 2016 (c) Sabine Melnicki

Nicole Merkle beschrieb, wie Semantic MediaWiki als Basis für Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben (AAL) dienen kann. In Kombination mit anderen Systemen kann das Wiki hier z.B. die Funktion von Brillen mit Blickbewegungssensoren unterstützen. Das System agiert dabei nach vorbestimmten Regeln, lernt aber selbst noch dazu. Gesehen im Kontext des Internet der Dinge (IoT) werden hier Sensoren, Funktionen und Menschen verbunden.

Richard Heigl und Anja Ebersbach stellten vor, wie in einem Unternehmen mithilfe eines Wikis das Schichtbuch digitalisiert wird. Zeitaufzeichnungen, Berichte und Übersichten sind dabei über das Wiki abrufbar. Die Abfragen können von den Benutzern selbst noch angepasst werden.

Lydia Pintscher von Wikimedia Deutschland sprach über Wikidata, das Projekt, das seit 2012 versucht, Fakten und Daten sprachenübergreifend für Wikipedia verfügbar zu machen. Die Datenbasis Wikibase ist frei verwendbar, im Moment aber für die meisten Anwendungsfälle noch zu komplex aufgebaut. Lydia brachte interessante Beispiele zu Datenvisualisierungsprojekten, wie Histropedia, The Sum of All Knowledge und Inventar, außerdem das Fragen-Framework Platypus.

Markus Glaser stellte das Wiki of Music vor, um zu zeigen, wie das Herstellen von Prototypen von Datenmodellen automatisiert werden kann. Auch Friseurspezial.de läuft auf einem Wiki.

Markus Glaser, SMWCon Fall 2016 (c) Sabine Melnicki

Markus Glaser, SMWCon Fall 2016 (c) Sabine Melnicki

Wikis werden von Toni Hermoso eingesetzt, um biologische Daten in Labors zu verwalten, z.B. im AnnoWiki (nicht öffentlich) oder dem Proteomics Unit Wiki. Die Arbeit mit einem Wiki unterstützt hier das gemeinschaftliche Arbeiten, das einfache Wiederfinden und die Verbindung von Mensch und automatischen Bots. Weiters können sehr spezifische Abfragen gestellt und auch Verbindungen zu anderen semantischen Systemen leicht hergestellt werden. Semantic MediaWiki unterstützt dabei durch das einfache Setup für mehrere User, das Verfolgen der Bearbeitungen usw. die in der Wissenschaft geforderte Genauigkeit zur Reproduzierbarkeit.

Martin Gruner erzählt vom klassischen Anwendungsfall der Digitalisierung von analogen Daten im Projekt Kallimachos (und hier). Eingescannte Schriften werden im Wiki mit Annotationen und Metadaten versehen, außerdem ist im Wiki eine Versionenkontrolle bereits automatisch möglich. Die Bilder und Daten sollen so für eine weitere Form der Präsentation vorbereitet werden.

Yaron Koren sprach über Weiterentwicklungen der Extension Cargo, die alleinstehend oder parallel zu Semantic MediaWiki verwendet werden kann und anstatt in Triplestores die Daten in der Datenbank speichert.

Yaron Koren, SMWCon Fall 2016 (c) Sabine Melnicki

Yaron Koren, SMWCon Fall 2016 (c) Sabine Melnicki

Semantic MediaWiki 2.4 wurde im Juli veröffentlicht. Neue Funktionen inkludieren bessere Unterstützung von mehrsprachigen Inhalten, Verbesserungen zu Zahlen und Einheiten sowie Datumsformaten. Da es bei 2.3 in manchen Fällen zur Inkompatibilität mit der laufenden MediaWiki-Version kommen konnte, wird ein Upgrade empfohlen.

Und die heißesten neuen Extensions?

Brandaktuelle Extensions in Entwicklung sind Semantic Notifications für Benachrichtigungen bei Änderungen an Attributen mittels Echo, Semantic External Query Lookup, Semantic Scribunto, Summary CardsWhat’s Nearby, QR Lite für das Automatische Generieren von QR-Codes und SimpleTooltip.

Nachlese zur Konferenz

Noch nicht genug? Dann gibts hier das vollständige Programm der Konferenz:

Wir haben die Konferenz auch unter dem Twitter-Hashtag  #SMWCon aktiv begleitet, eine Übersicht der Tweets findet sich in diesem Storyboard.

 

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